Odysseus würde Sharan fahren

„autogramm“-Leserreise zu Volkswagen Autoeuropa und Faurecia in Portugal / Hautnah an die Bänder

Lissabon, so sagt die Legende, ist von Odysseus gegründet worden. „Den Göttern sei Dank!“, möchte man ausrufen. Oder? Für die Geschichtswissenschaftler waren es die Phönizier, die hier 1200 vor Christus eine Kolonie eingerichtet haben sollen. Wer immer Recht hat, die Stadt am Tejo – das merken Besucher auf Schritt und Tritt – hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Griechen, Karthager, Römer, Mauren und Flamen haben ihre Spuren hinterlassen.

480 Autos laufen täglich vom Band

Aber: Würde Odysseus heute hier leben, er würde Sharan fahren. Denn neben der portugiesischen Hauptstadt mit ihren imposanten Brücken und der malerischen Altstadt war das nur etwa eine Autostunde entfernt liegende Palmela und damit Volkswagen Autoeuropa das Ziel der diesjährigen „autogramm“-Leserreise. Hier wird der Sharan gebaut.


Eindrücke aus Portugal: Ob mit Fertigungsleiter Dr. Christian Olbrich in der Fabrik oder bei der Fahrt in der historischen „Electrico“ – die Teilnehmer der fünften „autogramm“-Leserreise kehrten wieder mit jeder Menge neuer Eindrücke zurück nach Deutschland.

Erste touristische Erfahrungen sammelte die Gruppe bei einem kurzen Besuch der Alfama, einem der berühmten Altstadtviertel, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Stadt Evora mit ihrer schaurigen Knochenkapelle und natürlich bei der Fahrt über die berühmten Brücken „Vasco da Gama“ und „Ponte 25 de Abril“. Und wo sonst fährt man im historischen Fahrstuhl von der Unter- in die Oberstadt?

Dass keine Fragen zu Land und Leuten offen blieben, dafür sorgte Reiseführerin Ismenia Rodrigues. Auch sie hat – indirekt – mit Volkswagen Autoeuropa zu tun. „Mein Mann Pedro ist Lotse. Er hat schon so manches Schiff mit dem Sharan an Bord auf den richtigen Weg gebracht“, erklärte sie lächelnd. Richtig: Über 90 Prozent der Produktion geht per Schiff in die weite Welt.

Personalchef Jaroslav Holecek ist einer der der drei Geschäftsführer, er empfing die Gäste persönlich. Einige kannten ihn noch von der ersten Tour, die seinerzeit nach Bratislava geführt hatte. Seit 2001 arbeitet Holecek in Portugal und ist begeistert von Land und Leuten: „Wer die Portugiesen mit seinen Ideen überzeugt, der kann sich kein besseres Team wünschen“, diese Erfahrung hat er gemacht. Gruppenarbeit, Qualifizierung und Ausbildung werden groß geschrieben bei Autoeuropa, regelmäßige Weiterentwicklung im Unternehmen, aber auch die Gründung einer Ausbildungsakademie in Zusammenarbeit mit der Regierung zeigen das deutlich.

Ein Blick in die Geschichte: 1991 startete Volkswagen am Standort Palmela in der Region Setubal ein Gemeinschaftsunternehmen mit Ford. Seit 1999 hält Volkswagen 100 Prozent von Autoeuropa. 480 Volkswagen Sharan, Seat Alhambra und Ford Galaxy laufen hier täglich in zwei Schichten vom Band.

Über eine Million Quadratmeter Produktionsfläche wurden unweit von Palmela geschaffen, 900000 Quadratmeter groß ist der angrenzende Industriepark, in dem sich Zulieferer angesiedelt haben. 3100 Menschen arbeiten bei Autoeuropa, noch einmal 3100 bei Dienstleistern und im Industriepark.

Von den im vergangenen Jahr gebauten 109647 Autos waren 42 Prozent Volkswagen, 36 Prozent Ford und 22 Prozent Seat. Die Motoren kommen aus dem Werk Salzgitter, dem polnischen Polkowice und dem ungarischen Györ, Getriebe und Achsen aus den Werken Kassel und Braunschweig. Wir besuchen auch die Firma „Faurecia“, die „Just in time“ auf die Minute genau Stoßstangen, Teppiche und Innenverkleidungen anliefert.

99,5 Prozent aller Autos gehen in den Export, nur 0,5 Prozent bleiben in Portugal. „Das hat mit den hohen Steuern, aber auch mit den Straßengebühren zu tun“, erklärt Holecek. Jede Fahrt auf der Autobahn und über die Brücken in die Stadt Lissabon kostet bares Geld. Zahlt man in einem Golf oder Passat beispielsweise 1,10 Euro, kostet es im Sharan gleich das Doppelte: Der Van wird hier wegen seiner Höhe als „Bus“ eingestuft , was seine Macher ziemlich ärgert. „Zwei Zentimeter trennen uns von der günstigeren Klasse. Aber wir stehen in Verhandlungen mit der Regierung“, berichtete der Personalchef.

Fertigungsleiter Dr. Christian Olbrich führte dann durch die Produktion, erläuterte die Abläufe und brachte die Gäste hautnah an die Bänder. Ab 2005 wird hier das Volkswagen Cabrio produziert. Beim Verlassen der Fabrik sind sich alle einig: Genau der richtige Wagen für den sonnigen Standort Portugal – und auf der Brücke auch nicht so teuer.
-mh-

 

 
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